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Freitag, 30. September 2011

Ein bisschen Wildheit

 

Ophelia, bleiche Jungfrau, wie der Schnee so schön,
die du, ein Kind noch, starbst in Wassers tiefem Grunde:
weil dir von rauher Freiheit ihre leise Kunde
die Stürme gaben, die von Norwegs Gletschern wehn.



Weil fremd ein Föhn, der dir die Haare peitschte, kam
Und Wundermär in deinen Träumersinn getragen;
weil in dem Seufzerlaut der Bäume und im Klagen
der Nacht dein Herz die Stimme der Natur vernahm.

Weil wie ein ungeheures Röcheln deinen Sinn,
den süßen Kindersinn, des Meeres Schrei gebrochen;
weil schön und bleich ein Prinz, der nicht ein Wort gesprochen,
im Mai, ein armer Narr, dir saß zu deinen Knien.



Von Liebe träumtest du, von Freiheit, Seligkeit;
du gingst in ihnen auf wie leichter Schnee im Feuer.
Dein Wort erwürgten deiner Träume Ungeheuer.
Dein blaues Auge löschte die Unendlichkeit.

Text: Athur Rimbaud - Ophelia

Freitag, 23. April 2010

No One Does It Like You – Department of Eagles

Ein nettes Stück Musik, das sich bei mir leicht in mein Ohr herein schleicht, um sesshaft zu werden. Ich persönlich empfinde die Bilder des Videos zusammen mit der erheiternden Grundstimmung der Musik als eine mutige Kombination...

Mit dem Cursor über dem Bild erscheint die Videoleiste.

Freitag, 2. April 2010

Plastic Beach is following me...

Manchmal glaube ich, dass mich bestimmte Themen über eine bestimmte Zeit verfolgen. Bis vor kurzem war es Goethe, dann kamen die Strömungen der Naturwissenschaft, insbesondere faszinierte mich das Meer. Und nun werde ich von einem Phänomen verfolgt, das ein Beweis dafür ist, dass wir Menschen unserer Umwelt sehr viel Schaden hinzufügen. Und dass diese Schäden auch sehr lange Zeit brauchen werden - weit über tausende von Jahren - bis sich die Natur an sie angepasst hat und sich regenerieren kann. Auch, wenn die Menschheit morgen fort wäre.

"Dieses Seegebiet zwischen Hawaii und Kalifornien, [...] ist etwa so groß wie Texas [...]. Das Wasser in diesen Breiten kreist träge im Uhrzeigersinn und weist in der Mitte eine Flaute auf. 
Die korrekte Bezeichnung lautet Subtropischer Nordpazifik-Wirbel, obwohl Moore bald erfuhr, dass Ozeanografen eine andere Bezeichnung für ihn haben: großer pazifischer Müllstrudel. Charles Moore war auf eine ozeanische Deponie geraten, auf der praktisch alles landet, was von der Hälfte der Pazifik-Anrainerstaaten ins Wasser gelangt und sich, von der langsamen spiralförmigen Strömung getragen, dieser grausamen Ansammlung industrieller Ausscheidungen hinzugesellt. Eine Woche brauchten Morre und seine Besatzung, um ein Seegebiet von den Ausmaßen eines kleinen Kontinents zu durchqueren, das mit schwimmenden Abfall bedeckt war."
Aus "Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde." Buch konsumieren

Und nach diesem Müllstrudel wird das neueste und letzte Album der Band Gorillaz benannt: Plastic Beach. Ich bin kein Fan von Hip Hop oder Rap, aber irgendwie kann ich mich dieser Musik dennoch nicht entziehen...

“The band have taken up residence, recording on a secret floating island deep in the South Pacific, a Plastic Beach HQ, made up of the detritus, debris and washed up remnants of humanity. This Plastic Beach is the furthest point from any landmass on Earth; the most deserted spot on the planet.”



Dienstag, 29. Dezember 2009

STEPPENWOLF - Eine Ode an Hermann Hesse

Das Vorwort: Hermann Hesse ist Kitsch. Richtig. Wenn man einige seiner Gedichte liest. Und die Romane außen vor lässt. Klar sind auch sie Kitsch. Aber nicht für ein 14-Jähriges Mädchen außer Kontrolle, außer ihrer Kontrolle. Ich war zu schwach, mich selbst zu führen, und ich habe mich führen lassen, von ihm. Davon spricht auch Fragment. Er führte mich während des Wechsels von 14 zu 15, jetzt kommt er verändert wieder, um mich von der 16 zur 17 zu geleiten. Heute ist mein letzter Tag, an dem ich mich 16 nennen darf. Diese schöne Zahl soll nun einer 17 Platz machen. Aber was sind schon Zahlen? Nicht viel. Aber ein Symbol. In den letzten Tagen wehte ein anderer Wind in mir und um mich herum. Etwas passiert, ich weiß nicht was. Aber ich weiß, dass ich es nie erleben würde ohne diese Leitfigur meiner Jugend. Ob es nun Kitsch ist oder nicht, er rettete mich, fremde Worte waren oft mein Netz. Eine Ode. Meiner eigenen Art.

Die Welt um mich herum verdunkelte ihre Schlechtigkeit. Durch die Nacht zu wandern ist ein Gang zum Tempel meines Gottes. Meines Gottes. Ich sah ihn immer nur aus der Ferne. Er deutete mit Lichtzeichen. Ich sehe sie in der Ferne in der Nähe der Stadt, ganz nah über mir, in der Nähe der Straßenlaterne und unsäglich weit entfernt, in der Nähe des Mondes.  Es gab jemanden, dessen Worte mir die Lichtpunkte sichtbar machten. Sie besänftigten den rauen Sturm in mir. Sie unterdrückten ihn nicht, denn er ist ja meine Seele, nein, sie lenkten ihn in harmonischen Böen. Meine Schritte werden weicher und gemächiger, links und rechts bauen sich die Häuser aus den Worten auf, die mir einen Einzug ermöglichten. Ich wandere zwischen den grenzenlosen Grenzen meines Reiches und lasse mich fallen in ein Spiel mit meinem Selbst. Ich nehme eine kleine Schachfigur in die Hand und lasse den Steppenwolf leben. Die Luft schmeckt nach meiner Ambivalenz der letzten Jahre. Ich lasse mich fallen, immer tiefer versinken in diese Zeit. Sie war Leiden. Sie war schön. Ich wanke, ich rette mich mit einem Tanz. Ja, die Menschen außerhalb des Reiches lernen dies nie kennen, nie das Schlechte dieser Welt, aber auch nie das Gute. Sie wissen nicht, wie das Herz vor Glück beinahe zerberstet. Tatzen in den Himmel, der Mond ist aufgegangen. Meine Sonne. Ich spüre die Klarheit des Lichts. Sie zerbricht meinen Willen. Das Ich zersplittert. Es ist nie da gewesen, es war eine Gardine des Bürgertum, die vor meine Persönlichkeit gezogen wurde. Eine Persönlichkeit hat kein Ich. Eine Persönlichkeit ist kein starres unbeugsamen Nomen. Ich fließe. Alles fließt. Ineinander. Steine im Fluss. Was kann ich daraus bauen? Ein Hindernis. Wie kann ich am schönsten darüber springen? Fragen, die meine Welt bewegen. Sie braucht sie ihrer Rotation wegen. Was ist eine Welt ohne Fragen? Wind zieht auf, kalte, sanfte, streichelnde Hände. Ich gebe mich hin, lasse sie überall ihre zarten Fingerchen platzieren und Spielchen spielen. Willenlos, wie ich bin. Die Farben werden kontrastreicher. Jetzt kommt der Wechsel. Nicht sofort. Denn alles hat seine Zeit. Tanzstunden haben ihre Zeit und Tanzbälle haben ihre Zeit. Kühle Welle. Absturz. Erwachen. Die Schachfigur in der Hand. Der Mond ist noch am selben Platz. Ein Freund. Die Nacht hat mich noch immer in ihre Decke eingehüllt. Eine Liebschaft. Die Lichter liebkosen noch immer meine kleine Seele. Eine Liebe. Der Wind weht noch immer. Ein Leben.

Montag, 28. Dezember 2009

Verwirrender Gedankenstrom






Die neue Dimension der Ekstase. Ein neuer Schritt in Richtung Ich-Verlust. Was gibt mir dieses Nomen, dieses Akronym für Ich-Behauptung, Chauvinismus und Held spielen ein Leben lang? Ein bewegtes Leben in einem starren definierten Begriff? Die Antithese der Gesellschaft. Wilde Gitarrenriffe, melodische Wellen, auf mich einstürzende Fluttempiwechsel, zarte Rufe der Fauna, der Schrei der Erde. Leid, wohliges Leid. Es geht noch tiefer auf dieser Welt. Zurück ins ursprüngliche Bewusstsein. Als die Macht über sich selbst noch bei den Menschen lag. Ein Ruf der Flucht. Ein Ruf des steinigeren Weges. Unterirdisches Leben. Surrealistische Wege. Luft zum Atmen und Wasser zu Trinken. Klar und rein. Schritte erklingen aus meinem Inneren. Sie untersagen mir, mich ihnen zu verwehren. Sie fliehen vor dem Akronym. Ich fliehe mit. Verlust. Positiver Verlust. Schreie meines Ursprungs. Rufe des Himmels.

Mittwoch, 11. November 2009

LUIS

Ich male hässliche Bilder mit schwarzer Wachsmalkreide. Alles geht schief und mein Leben ist wieder weit weg. Passend dazu ein düsteres Video. Ich versuche baldmöglichst, alle Kommentare zu beantworten, kommentieren etc. Aber momentan geht es nicht.


LUIS from diluvio on Vimeo.

Dienstag, 3. November 2009

Aviarium

"this is a surreal, dreamlike journey through apocalyptical landscapes" Zitat des Erstellers. So kann man dies am Besten beschreiben. Für mich ist dieses Video eine Welt, in der man eine dunkle, zerstörte Welt sieht, von der man während den für Sekunden eingeblendeten goldfarbenen Szenen fliehen kann. Dieses Video inspiriert mich momentan sehr, da ich seit längerem Versuche, einen Roman zu schreiben, der sich ein wenig im surrealistischen Milieu bewegen soll. Mein Konzept ist für einen ersten Roman zwar viel zu komplex, viel zu schwierig und viel zu gewagt, aber ich will endlich mal was durchziehen. So: Heute im Saal 1: Ein surrealistischer Trip von muench.


Samstag, 31. Oktober 2009

Die philosophische Tasse

Mein Tee wird fortan ein philosophischer Genuss. Weisheit aus Tassen trinken, welch' eine schöne Utopie!




Die Idee kam mir bei diesem Eintrag von glitter is the new black.

Was hat dieser Herr Nietzsche mit dem Bart auf der Tasse zu tun? Dies hier:


via

Donnerstag, 29. Oktober 2009

How to celebrate a lonely Kunstorgie

Schritt 1: Man lese diesen Blogeintrag auf Hirnsturm: Mr. Cool

Schritt 2: Man blättere in Büchern desjenigen Kunstverlags, der einen von Kind auf begleitet (Englisch-Verlag):



Schritt 3: Man bereite sich einen Riesenpott Tee mit Herzteebeuteln zu.




Schritt 4: Man werfe meditative Musik ein, die man noch nie zuvor am Stück gehört hat, und meditiert, kehrt in sich, und wartet darauf, erste Farbflecken zu sehen.


Björk - Vespertine

Schritt 5: Man kleckse diese visionären Farbpunkte auf das Papier und gestalte das Bild intuitiv fort.

Schritt 6: Man mische Farben, wenn es draußen langsam dunkel wird. Das Licht bleibt aus. Überraschungseffekt! Was habe ich zusammengemischt?

Schritt 7: Nach Beendigung des Bildes das Licht anschalten und sich am Werke erfreuen - oder auch nicht. Man erfreue sich aber in jedem Falle daran, einige Zeit mit Kunst und Schöpfung zugebracht zu haben. Man fühle sich nun ausgeglichen und glücklich. Man spüre Endorphine im Blut herumsausen.

Die mehr schlecht als recht abfotografierte Version meines Orgienprodukts:



Dienstag, 27. Oktober 2009

Verdadera Revoluction

Hiermit eröffne ich das Kino Dienstag! Dienstags werde ich euch mit Videos meiner Wahl beglücken, die ich persönlich sehr inspirierend oder einfach nur schön finde. Heute im Saal 1: Ein 1-Minuten-Film von VOLKAN ERGEN.

Obwohl dieses Video keine erkennbare Handlung zeigt und es für den einen oder anderen vielleicht so wirkt, als ob Bilder wahllos hintereinander eingespielt werden: Für mich ist die einzigartige Stimmung dieses Films gelungener Inspirationsstoff. Farben sind für mich immer wichtig, verschiedene Kombinationen ergeben ganz andere Wirkungen. Und so finde ich die Farbgebung dieses Films traumhaft.